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Außengerät an einer Hauswand mit rotem Sandsteinsockel im Winter, Raureif auf dem Rasen, etwas Schnee auf dem Gerät
Heizungstechnik für Frankfurt und Umgebung

Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe: Feldtest, COP und SCOP

Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe für Häuser in Frankfurt und Umland, mit Werten aus dem Feldtest. Das Fraunhofer ISE maß im Mittel 3,4 mit Außenluft und 4,3 mit Erdsonde.

oder per E-Mail: kontakt@waermepumpe-frankfurt-am-main.de

Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe im Jahr je Kilowattstunde Strom liefert. Im Feldtest des Fraunhofer ISE lag sie in Bestandsgebäuden im Mittel bei 3,4 mit Außenluft und bei 4,3 mit Erdsonde, Auswertung 2024. Ab 3 gilt eine Anlage laut Verbraucherzentrale als effizient, ab 3,5 als gut.

Für Sie ist diese Zahl wichtiger als jede Angabe im Prospekt, weil sie direkt in die Stromrechnung eingeht. Allerdings steht sie erst nach dem ersten Betriebsjahr fest, vorher gibt es nur Rechenwerte.

Welche Jahresarbeitszahl erreichen Wärmepumpen im Bestand?

Gemessen wurden im Mittel 3,4 bei Außenluft und 4,3 bei Erdsonde, mit einer Spanne von 2,6 bis 5,4 über beide Gruppen. Das Vorläuferprojekt desselben Instituts kam einige Jahre früher auf etwas niedrigere Werte.

Projekt, Fraunhofer ISE Wärmequelle Mittel Spanne Anlagen
WP-QS im Bestand, Auswertung 2024 Außenluft 3,4 2,6 bis 4,9 49
WP-QS im Bestand, Auswertung 2024 Erdsonde 4,3 3,6 bis 5,4 13
WPsmart im Bestand, 07/2018 bis 06/2019 Außenluft 3,1 2,5 bis 3,8 29
WPsmart im Bestand, 07/2018 bis 06/2019 Erdreich 4,1 3,3 bis 4,7 12

Die Häuser im größeren Projekt stammen aus den Baujahren 1826 bis 2015. Zwischen Baualter und Effizienz fand das Institut keinen Zusammenhang, ausschlaggebend war die Temperatur im Heizkreis. Eine eigene Messreihe für Frankfurter Häuser liegt uns nicht vor.

Gilt die 3,4 auch für mein unsaniertes Haus?

Das belegt der Feldtest nicht, denn unsanierte Häuser waren dort keine eigene Gruppe. Bei den bewerteten Gebäuden bis Baujahr 1979 waren die Fenster zu 95 % saniert, das Dach zu 82 % und die Außenwand zu 51 %.

Das Auswertungsjahr 2024 war außerdem mild, mit einem Klimafaktor von 1,20 und seltenen Temperaturen unter −5 °C. Die Werte sind also keine Kaltjahrwerte. Dazu kommt die Bilanzgrenze, also die Frage, welche Geräte beim Strom mitzählen. Die weiter gefasste Systemarbeitszahl lag im Schnitt rund 15 % unter den hier genannten Erzeugerwerten.

Für ein kaum gedämmtes Haus mit Heizkörpern aus der Bauzeit rechnen wir deshalb nicht mit 3,4. In der Modellrechnung von Prognos im Auftrag des BWP, wiedergegeben von Borderstep, kommt Luft-Wasser in einem kleinen Mehrfamilienhaus auf 2,6 und mit neuen Heizkörpern auf 3,0. Das Haus stammt dort etwa aus den Jahren 1969 bis 1978. Mehr zu dieser Lage steht bei der Wärmepumpe im Altbau.

Hände legen einen Anlegefühler an ein gedämmtes Vorlaufrohr aus Kupfer im Heizungskeller

COP, SCOP und Jahresarbeitszahl: Was ist der Unterschied?

Der COP gilt für einen einzelnen Betriebspunkt auf dem Prüfstand, der SCOP ist ein Normwert für ein Jahr, und die Jahresarbeitszahl wird im Haus gemessen oder vorab berechnet. Vergleichen lassen sich nur Werte gleicher Art bei gleicher Vorlauftemperatur.

Kennwert, ein 9-kW-Gerät als Beispiel, Herstellerdatenblatt 35 °C Vorlauf 55 °C Vorlauf
COP bei 7 °C Außenluft 4,48 2,78
COP bei −7 °C Außenluft 2,63 1,80
SCOP, Normwert fürs Jahr 4,90 3,32

Beim selben Gerät liegen zwischen 35 und 55 °C Vorlauf bei 7 °C Außenluft 1,7 COP-Punkte. Eine Leistungszahl ohne Angabe von Außenluft und Vorlauf taugt deshalb nicht zum Vergleich. Im Angebot sollten beide Temperaturen stehen, und bei einem Haus mit Heizkörpern ist der Wert bei 55 °C der aussagekräftigere.

Welchen Wert verlangen Förderung und Mietrecht?

Die KfW-Förderung setzt mindestens 3,0 voraus, das Mietrecht verlangt für die volle Umlage mindestens 2,5. Beide Werte sind Rechenwerte vor dem Einbau, gemessen wird dafür nichts.

Wert Wer ihn nennt Was daran hängt
2,5 § 559f BGB, Nachweis nach VDI 4650 Blatt 1 volle Mieterhöhung nach § 559e BGB, 10 % und höchstens 0,50 € je m² in 6 Jahren; sonst nur die Hälfte der Kosten
3,0 BEG-Richtlinie Anlage 3, Nachweis nach VDI 4650 Blatt 1 Bedingung für KfW 458
ab 3 Verbraucherzentrale gilt als effizient
ab 3,5 Verbraucherzentrale gilt als gut

Beim Mietrecht gibt es Ausnahmen, etwa für Häuser, die nach 1996 errichtet wurden, oder für Anlagen mit Vorlauf bis 55 °C. Die Einzelheiten gehören in die Prüfung für Ihr Haus, bei vermieteten Gebäuden hilft die Seite zum Mehrfamilienhaus. Den Rechenwert für die Förderung ermitteln wir mit Vorlauf, Gerät und Wärmequelle, und wir erstellen die Bestätigung für den KfW-Antrag.

Die gemessene Zahl kann niedriger ausfallen als der Rechenwert. Für die Förderung zählt der Rechenwert, Ihre Stromkosten richten sich nach dem gemessenen.

Was bedeutet ein Zehntel mehr oder weniger in Euro?

Von 3,0 auf 3,1 sinkt der Strombedarf bei 20.000 kWh Wärme um rund 215 kWh, bei Heizstrom sind das rechnerisch rund 62 € im Jahr. Die Strompreise stammen vom BDEW, Stand 01.10.2026.

Jahresarbeitszahl Strom für 20.000 kWh Wärme Kosten bei 29,0 Cent Abstand zu 3,0
2,6 7.692 kWh 2.230 € 300 € mehr
3,0 6.667 kWh 1.930 €
3,4 5.882 kWh 1.710 € 220 € weniger
4,3 4.651 kWh 1.350 € 580 € weniger

Ob sich ein Eingriff für eine bessere Zahl rechnet, ist von Haus zu Haus verschieden. Beispiel. Fünf neue Heizkörper kosten rechnerisch rund 3.210 €, nach dem Median von 642 € je Stück der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Stand 2025, in Angeboten aus Rheinland-Pfalz.

Hebt das die Jahresarbeitszahl bei 18.000 kWh Wärme von 2,6 auf 3,0, was hier eine Annahme ist, sinkt der Strom um rund 920 kWh. Das sind bei 29,0 Cent rund 270 € im Jahr, also rund 12 Jahre bis zum Ausgleich. Ohne Zuschuss und Preisänderung gerechnet ist das lang, bei einem Rechenwert unter 3,0 hängt am Tausch allerdings auch die Förderbedingung. Die vollständige Gegenrechnung mit Gas steht bei den Heizkosten.

Wovon hängt die Jahresarbeitszahl ab?

Am stärksten von der Temperatur im Heizkreis, je Grad weniger Vorlauf sinkt der Strombedarf nach Angaben der Verbraucherzentrale um 2 bis 4 %. Höchstens 55 °C sollen es werden, gut sind 30 bis 50 °C.

  • Heizflächen. Mit ausreichend großen Heizkörpern lagen die Temperaturen im Feldtest ähnlich niedrig wie mit Flächenheizungen. Welche Fläche fehlt, klären wir mit dem Test bei 55 °C an einem kalten Tag, beschrieben bei den Heizkörpern für die Wärmepumpe.
  • Wärmequelle. Das Erdreich bleibt im Winter wärmer als die Außenluft, deshalb liegt die Erdwärmepumpe im Mittel höher. Dafür kostet sie mehr und braucht eine Erlaubnis der Unteren Wasser- und Bodenschutzbehörde.
  • Warmwasser. Im Feldtest entfielen 19 % der Wärme darauf, und diese Wärme braucht höhere Temperaturen. Der Speicher sollte für vier Personen 200 bis 300 Liter fassen, damit das Gerät nicht zu oft nachheizt.

Der Heizstab ist im Mittel kein großer Posten, die Zahlen dazu stehen beim Stromverbrauch. Häufiger fällt eine zu große Anlage auf, laut Fraunhofer ISE sind viele Geräte überdimensioniert.

Was wird aus der Jahresarbeitszahl bei Frost in Frankfurt?

Bei Frost sinkt der COP, die Jahreszahl aber nur so weit, wie diese Stunden ins Gewicht fallen. Das Jahresmittel an der Station Frankfurt lag 1991 bis 2020 bei 11,0 °C, und sehr kalte Nächte sind selten.

Jahr, Station Frankfurt/Main (Flughafen) tiefster Wert Nächte unter −10 °C
2021 −10,6 °C 2
2022 −11,5 °C 3
2023 −6,0 °C keine
2024 −9,9 °C keine
2025 −8,1 °C keine

Die Werte stammen aus unserer Auswertung der DWD-Tageswerte. Für die Auslegung zählt die Norm-Außentemperatur nach der BWP-Klimakarte, und die reicht im Stadtgebiet von −8,3 °C in 60313 bis −10,1 °C in 60388. Das Gerät muss diese Temperatur schaffen, die Jahresarbeitszahl entsteht aber vor allem in den vielen Heizstunden über dem Gefrierpunkt.

Wie messe ich meine Jahresarbeitszahl selbst?

Sie teilen nach zwölf Monaten die gelieferte Wärme durch den verbrauchten Strom. Dafür brauchen Sie einen Wärmemengenzähler im Heizkreis und einen Stromzähler, der nur die Wärmepumpe samt Heizstab erfasst.

  1. Lesen Sie beide Zähler am selben Tag ab und notieren Sie die Werte.
  2. Lesen Sie nach genau zwölf Monaten erneut ab, damit ein ganzer Winter darin liegt.
  3. Teilen Sie die Differenz der Wärme durch die Differenz des Stroms.

Beispiel. Der Wärmemengenzähler zeigt nach zwölf Monaten 16.200 kWh mehr, der Stromzähler 5.400 kWh mehr. Die Jahresarbeitszahl beträgt dann 3,0. Die Anzeige im Regler ist bei manchen Geräten nur errechnet, für einen belastbaren Wert nehmen Sie deshalb die Zähler.

Liegt Ihr Wert deutlich unter der Planung, sehen wir uns bei der Wartung zuerst Heizkurve, Vorlauf und Warmwasser an. Diese Einstellungen lassen sich ändern, ohne dass am Gerät etwas getauscht wird.

Womit wir bei Ihrem Haus rechnen

Für eine Prognose brauchen wir Vorlauftemperatur, Heizkörper und den Verbrauch der letzten Jahre. Wir nennen Ihnen dann eine Spanne für die Jahresarbeitszahl und sagen, was sie nach oben oder unten verschieben würde.

Der erste Termin kostet nichts. Am besten notieren Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung und schicken sie uns über das Formular oder an kontakt@waermepumpe-frankfurt-am-main.de.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Jahresarbeitszahl?

3,5 und mehr gilt laut Verbraucherzentrale als gut, ab 3 gilt eine Anlage als effizient. Im Feldtest des Fraunhofer ISE lag das Mittel der Außenluftanlagen bei 3,4.

Wie hoch ist die Jahresarbeitszahl im Altbau?

3,4 im Mittel bei Außenluft und 4,3 bei Erdsonde, gemessen an Häusern der Baujahre 1826 bis 2015. Unsanierte Häuser waren dabei keine eigene Gruppe, die meisten älteren Häuser hatten neue Fenster und ein saniertes Dach.

Ist der COP dasselbe wie die Jahresarbeitszahl?

Nein, der COP gilt für einen einzelnen Betriebspunkt auf dem Prüfstand bei festen Temperaturen. Die Jahresarbeitszahl beschreibt Wärme und Strom über zwölf Monate im Haus.

Welche Jahresarbeitszahl verlangt die KfW-Förderung?

3,0 ist die Untergrenze für KfW 458. Nachgewiesen wird dieser Wert nach VDI 4650 Blatt 1 rechnerisch, also vor dem Einbau und ohne Messung im Haus.

Welche Jahresarbeitszahl brauchen Vermieter für die Mieterhöhung?

2,5 ist die Schwelle in § 559f BGB, sonst zählt nur die Hälfte der Kosten. Davon gibt es Ausnahmen, etwa für Häuser, die nach 1996 errichtet wurden.

Sinkt die Jahresarbeitszahl im Winter?

Nein, die Jahresarbeitszahl gilt fürs ganze Jahr und ändert sich nicht mit dem Monat. Im Winter sinkt der COP, bei einem 9-kW-Gerät laut Datenblatt und 35 °C Vorlauf von 4,48 bei 7 °C Außenluft auf 2,63 bei −7 °C.

Kann ich die Jahresarbeitszahl selbst messen?

Ja, mit einem Wärmemengenzähler und einem eigenen Stromzähler für die Wärmepumpe. Sie teilen nach zwölf Monaten die gelieferte Wärme durch den verbrauchten Strom, Heizstab eingeschlossen.

Was bringt eine um 0,1 höhere Jahresarbeitszahl?

215 kWh Strom im Jahr bei 20.000 kWh Wärme, wenn die Zahl von 3,0 auf 3,1 steigt. Bei 29,0 Cent Heizstrom sind das rechnerisch rund 62 €.

Erreicht jede Erdwärmepumpe eine höhere Jahresarbeitszahl als eine Luftwärmepumpe?

Nein, im Feldtest überschneiden sich die Spannen. Außenluftanlagen lagen zwischen 2,6 und 4,9, Erdsonden zwischen 3,6 und 5,4, im Mittel lag die Erdsonde aber deutlich vorn.

Sagt ein hoher SCOP die Jahresarbeitszahl voraus?

Nein, der SCOP ist ein Normwert. Das Beispielgerät gibt laut Datenblatt 4,90 bei 35 °C und 3,32 bei 55 °C an, und welcher Wert näher liegt, hängt am Heizkreis Ihres Hauses.

Zwei Personen am Eichentisch über einem Grundriss, nur Hände zu sehen, mit Bleistift, Zollstock und Tasse
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